04 Schwabenkinder

Arbeit in der Fremde, von Fleiß und Heimweh geprägt (1880)

Auf dem Rücken ein fürftiges Reisebündel aus weißem Leinen, in der schmalen Hand ein Stock, der an künftige Aufgaben gemahnte, so wanderten sie, mitunter stolz, doch öfter wohl wehmütig dem Schwäbischen, dem Flachland zu. Selbst in der Kälte der Märztage trugen die Kleinen meist dünne Kleidung, so wird berichtet, und manch eines setzte sein Spur gar barfuß in den Schnee. Es war ein Bild zum Erbarmen, das die Schabenkinder meist noch vor Frühlingsbeginn gaben, Jahr für Jahr. Noch bis zum 2. Weltkrieg zogen Vorarlberger Kinder zum Viehhüten hinaus, wobei ein merklicher Einbruch der Wanderbewegung 1921 erfolgte, als Württemberg die Schulpflicht für ausländische Kinder einführte.

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